Im Rahmen einer Projektwoche setzten sich die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der Christoph-Probst-Mittelschule Murnau intensiv mit dem Film „Sturm kommt auf“, einer Verfilmung des Romans „Unruhe um einen Friedfertigen“ von Oskar Maria Graf, auseinander. Ziel des Projektes war, das Erinnern an die Vergangenheit wachzuhalten und gleichzeitig die Bedeutung von Demokratie, Werten und Zivilcourage in der heutigen Zeit in den Blick zu nehmen. Ein besonderer Höhepunkt und Abschluss des Projektes war eine Fragerunde mit dem Schauspieler Stefan Murr, der im Film die Rolle des Juweliers Sulerschmid verkörpert.
Dass Stefan Murr zu diesem Filmgespräch eingeladen wurde, lag nahe: Neben seiner Mitwirkung an diesem besonderen und sehr eindrucksvollen Film ist er auch Schulpate der Christoph-Probst-Mittelschule Murnau. In einem sehr kurzweiligen, offenen und authentischen Austausch nahm er sich Zeit für die Fragen der Jugendlichen.
Dabei interessierten sich die Schülerinnen und Schüler zunächst für seinen persönlichen Werdegang und wollten wissen, wie er Schauspieler geworden ist und wie er an die Rolle im Film gekommen ist. Murr erzählte, dass er selbst eigentlich nicht vorhatte, Schauspieler zu werden. Eher zufällig, nachdem er in der Schule in der Oberstufe „dramatisches Gestalten“ gewählt hatte und dabei bei einem Theaterstück besonders herausragte, sei er auf diesen Beruf gekommen. Als er das Rollenangebot für den Film „Sturm kommt auf“ bekam, musste er nicht lange überlegen und ist nun zu Recht sehr stolz darauf, Teil dieser fantastischen Filmproduktion zu sein.
Murr schilderte ebenso eindrücklich, wie es für ihn gewesen sei, einen gefühlskalten Nationalsozialisten zu spielen und wie er sich auf den Charakter vorbereitet hat, um ihn glaubwürdig darzustellen, ohne dessen Ideologie zu verharmlosen.
Auch die Verbindung zur Gegenwart spielte in dem Gespräch eine große Rolle. Stefan Murr sprach offen über Parallelen zwischen den im Film dargestellten Entwicklungen und aktuellen gesellschaftlichen Tendenzen. Dazu meinte er, dass Hass, Wut, und andere Zellen ja momentan überall am Aufploppen sind, wobei es ja nicht nur um Antisemitismus geht, sondern um sämtliche Religionen, ja sogar Lebenseinstellungen oder politische Einstellungen. Im Film ist das deutlich zu sehen, wie eine solche Gefahr, eine solche schreckliche Zukunft langsam in die Gesellschaft hineinfließt. Er betonte außerdem, wie wichtig es sei, wachsam zu bleiben, Haltung zu zeigen und demokratische Werte aktiv zu verteidigen.
In seiner Rolle als Schulpate wollten die Schülerinnen und Schüler zudem wissen, was Courage für ihn persönlich bedeutet. Murr machte deutlich, dass Mut im Alltag beginne: nicht wegzuschauen, Stellung zu beziehen und sich für andere einzusetzen – auch wenn es unbequem werde.
Zum Abschluss des Gesprächs fragten die Jugendlichen, was er sich wünsche, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer nach dem Film mitnehmen – insbesondere aus der Perspektive von Figuren wie Sulerschmid oder Silvan Heingeiger. Seine Antwort war klar: Der Film solle zum Nachdenken anregen, Fragen aufwerfen und Mut machen, Verantwortung zu übernehmen. Auch wenn Menschen momentan mit vielen Situationen unzufrieden sind oder Vieles falsch finden, würde er sich wünschen, dass man nicht in eine korrupte oder extreme Richtung geht, denn das hat noch nie funktioniert.
Mit einem kleinen Geschenk bedankten sich die Schülerinnen und Schüler herzlich bei Stefan Murr für das offene Gespräch und wünschten ihm zum Abschluss eine schöne Adventszeit. Die Begegnung hinterließ bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck – und unterstrich einmal mehr, wie wichtig Erinnerungsarbeit und Werteerziehung gerade für junge Menschen sind.























